• Skåne, Schwedens Tor zur Welt

    Wer mit dem Auto nach Schweden reist und die im Jahr 2000 erbaute Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden nutzt, der kommt um Schwedens südlichste Provinz Skåne schlichtweg nicht herum. Das typische Schwedenbild vieler Besucher wird hier allerdings oft erst einmal in Frage gestellt: Wo sind die einsamen, roten Holzhäuser und die dichten Wälder? Und warum ist eigentlich noch kein Elch zu sehen? Dass Skåne ein wenig „anders“ wirkt, hat historische und geografische Gründe. Diese sind allerdings keine Gründe, die Region auf einer Schwedentour zu ignorieren - im Gegenteil!

    Geschichte und Geografie

    Bis Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte Skåne zum dänischen Königreich und nur durch den Zweiten Nordischen Krieg, und den daraus resultierenden Frieden von Roskilde im Jahr 1658, gelangte die Provinz in schwedische Hand. Durch die günstige Lage an der Ostsee entstanden in Skåne schon früh Handelsbeziehungen mit anderen Ostsee-Staaten. Dieser rege Kontakt zum Ausland prägte die Region entscheidend und ist einer der Gründe für die „untypischen“ Merkmale Skånes und seiner Bewohner. Skåne zeichnet sich auch heute noch durch die Vielfalt seiner Bevölkerung aus. Die Architektur in der südlichen Provinz ist außerdem deutlich von Dänemark und Norddeutschland beeinflusst. Backstein und Fachwerk sind vieler Orts häufiger als klassische Holzhäuser. Das Klima und die Bodenverhältnisse heben Skåne ebenfalls vom Rest der Nation ab. Die Provinz verfügt über äußerst fruchtbare Böden, welche in Verbindung mit einem milden Klima Skåne zu einem landwirtschaftlichen Paradies machen. Skåne ist Schwedens „Kornkammer“ und der Flickenteppich aus Korn- und Rapsfeldern erklärt, warum sich der Besucher oft mehr an Ostfriesland als an Schweden erinnert fühlt. Auch Einsamkeit sucht man in Skåne oft vergebens, denn mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern auf knapp 11.000 km² beherbergt die Provinz 13% aller Schweden – auf nur 2,5% der Fläche des gesamten Landes.

    Malmö und Umland

    Der südwestliche Zipfel Skånes mit den Städten Malmö und Lund ist Teil der Öresundregion, der transnationalen Metropolregion zwischen Dänemark und Schweden. Malmö ist die wohl derzeit spannendste Stadt Schwedens und definitiv einen Besuch wert. Vor dreißig Jahren noch als ausgediente und gefährliche Industriestadt verschrien, hat sich die Stadt über kürzeste Zeit in ein modernes und nachhaltiges Wissenschaftszentrum verwandelt. Besonders das neu gestaltete Gelände im westlichen Hafen (Västra Hamnen) ist Zeichen dieser Entwicklung. Der Scaniapark, mit Blick auf den Öresund, lädt zum Baden und Verweilen ein, während Skandinaviens größtes Hochhaus und Wahrzeichen, der „Turning Torso“ mit 190 m Höhe und ungewöhnlicher Architektur für Staunen sorgt. Malmö hat eine junge, aufstrebende Kunst- und Alternativszene und ist neben Stockholm erste Adresse für internationale Bands in Schweden. Seit Herbst 2012 ist Malmö außerdem die Heimat von Skandinaviens größtem Einkaufszentrum. Das Shoppingcenter „Emporia“ begeistert mit über 200 Geschäften kauffreudige Schweden, Dänen und internationale Touristen.

    Eine nur zehn-minütige Zugfahrt trennt Malmö von der historischen Universitätsstadt Lund, die ebenfalls viele Besucher anlockt. Lunds Universität wurde bereits 1666 gegründet und die Stadt ist heute noch deutlich von Studenten geprägt. Neben der imposanten, efeubewachsenen Universitätsbibliothek und dem Universitätspark, ist der Dom zu Lund eine beeindruckende Sehenswürdigkeit.

    Strand und Natur

    Der Sommer in Skåne wird von Einheimischen mit Vorliebe an einem der zahlreichen Strände verbracht. Die lange Küstenlinie Skånes wird als „Schwedens Riviera“ bezeichnet und einige der schönsten Strände findet man in Lomma und Bjärred. Dort ist die Küstenlinie so flach, dass man teilweise Hunderte Meter bequem ins Wasser waten kann. Somit sind diese Strände ideal für Familien mit kleinen Kindern. Eine weitere Attraktion bietet der Ort Bjärred mit dem 500 m langen Badesteg „Långa Bryggan“. Von dessen Ende hat man einen unbezahlbaren Blick auf Malmö, Dänemark und die Öresundbrücke. Großer Beliebtheit unter Naturliebhabern erfreut sich die Region Österlen, im Südosten Skånes. Dort befindet sich der Nationalpark Stenshuvud und die beeindruckende Steinformation „Ales stenar“. Letzteres erinnert an das englische Stonehenge; ist aber eine Schiffssetzung aus der Zeit 600 n. Chr., bestehend aus 59 Steinen.

    Ystad – Mekka für Krimifans

    Skåne: Schwedens Tor zur Welt
    Die Kleinstadt Ystad an der Südküste Skånes erfährt seit dem internationalen Erfolg von Henning Mankells Krimiserie um den Kommissar Kurt Wallander einen wahren Touristen-Boom. Mankells Krimis spielen an authentischen Orten in und um Ystad. Die Touristikunternehmen der Region haben diesen Trend inzwischen erkannt und bieten spezielle Wallander-Touren und Angebote.

    Reisezeit

    Aufgrund des milden Klimas ist der Sommer eindeutig die beste Zeit, um Skåne mit all seinen verschiedenen Seiten zu entdecken.