• ABBA – Schwedische Supergroup der 70er und 80er Jahre

    ABBA Die schwedische Pop-Gruppe ABBA existierte von 1972 bis 1982. In diesem Jahrzehnt brachte sie sechs Studio-Alben, ein Live-Album und fünf Kompilationen heraus. Von den später herausgebrachten Alben schaffte es das 1992 erschienene „ABBA Gold – Greatest Hits“ der aufgelösten Gruppe auf Platz 1 der Charts vieler Länder. “ABBA Gold“ wurde nicht nur das kommerziell erfolgreichste ABBA-Album, sondern war auch ein Indiz für die große Bedeutung der Schweden-Gruppe für die Geschichte der populären Musik und für die enorme Beliebtheit von ABBA bei mehreren Generationen von Pop-Hörern

    Anfänge mit Volksmusik und Grand Prix

    Die Geschichte von ABBA begann 1970. Damals brachten die beiden schwedischen Pop-Musiker Benny Andersson (geb. 1946) und Björn Ulvaeus (geb.1945), die beim Musik-Produzenten („Polar Music“) Stig Anderson (1931-1997) unter Vertrag standen, als „Börn & Benny“ das Volksmusik-Album „Lycka“ heraus. Als Background-Sängerinnen dabei waren die Schwedin Agnetha Fältskog (geb. 1950), die 1971 Ulvaeus heiratete, sowie die gebürtige Norwegerin Anni-Frid „Frida“ Lyngstad (geb. 1945), die Verlobte von Andersson (Heirat 1978). Bis 1972 traten die beiden Paare einige Male gemeinsam auf, ohne sich als ständige Gruppe zu etablieren. Björn & Benny gelang 1971 ein Achtungserfolg in Japan mit dem englischen Pop-Song „She´s My Kind Of Girl“. Sie wollten mit dem ähnlich strukturierten „People Need Love“ an diesen Erfolg anknüpfen. Das harmlos-fröhliche mit viel „La, la, la“ untermalte Lied wurde unter dem sperrigen Gruppenamen „Björn & Benny, Agnetha & Anni-Frid“ bei Polar Music aufgenommen. Der Erfolg der Single motivierte Anderson, mit den vier Musikern 1972/73 das Album „Ring Ring“ aufzunehmen.
    Mit dem Titelsong „Ring Ring“ schaffte es die Gruppe 1973 auf Platz 3 beim schwedischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC). 1974 versuchte die Gruppe, die sich jetzt sich anlehnend an die Anfangsbuchstaben ihrer vier Mitglieder ABBA nannte und von Stig Anderson gemanagt wurde, erneut, Schweden beim ESC zu vertreten. Mit „Waterloo“ gewann ABBA den Vorentscheid im Februar. Das von Anderson auch geschickt im Ausland promotete „Waterloo“ wurde am 6. April beim ESC in Brighton zum Siegertitel und zum Beginn für die Karriere von ABBA als internationale Super-Group.

    Hitmaschine ABBA

    In Skandinavien konnte ABBA bei ihren Auftritten mit ihren unkomplizierten Popsongs sofort verlässlich große Hallen füllen. Im Ausland war der Anklang nach den Hit-Anfangserfolgen von “Waterloo“ und „Honey Honey“ (1974) deutlich geringer. Von einigen Kritikern bereits als „One-Hit-Wunder“ abgeschrieben, gelang ABBA 1975 mit „SOS“ und „Mamma Mia“ zwei Welthits, die ABBA endgültig den internationalen Durchbruch sicherten. Zu den Folgehits, die mit dem ABBA-typischen massentauglichen Gute-Laune-Sound die 70er-Jahre-Disco-Musik wesentlich beeinflussten, gehören „Fernando“ (1976), „Dancing Queen“(1976 ), „Knowing Me, Knowing You“ (1976), „Money Money Money“(1976), „Take A Chance On Me“ (1977), „Gimme!“ Gimme! Gimme!“(1979) „Chiquitita“ (1979), „Super Trouper“ (1980) und „The Winner Takes It All“ (1980).

    Ende der Gruppe

    1978 hatten sich Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus getrennt, ohne dass dadurch ihre ABBA-Zusammenarbeit zunächst berührt wurde. 1980 ließen sich die beiden scheiden. 1981 folgte die Trennung von Anni-Frid Lyngstad und Benny Andersson. Ihre letzte gemeinsame LP „The Visitors“ (1981) mit dem auf die persönliche Gruppensituation hinweisenden „When All Is Said And Done“ konnte nicht mehr an die ganz großen Erfolge in den 70ern anknüpfen. Im Dezember 1982 hatten die vier ABBA-Musiker unter anderem mit „I Have A Dream“ ihren letzten gemeinsamen Auftritt. Die Gruppe löste sich zwar nie offiziell auf, aber die im Dezember 1982 verlautbarte Absicht, „eine Pause machen zu wollen“, wurde zum Dauerzustand. Für den Nachruhm der Gruppe sorgten regelmäßig herausgebrachte Erinnerungs-Alben, ABBA-Revival-Partys und das 1999 uraufgeführte und von Benny und Björn produzierte Musical „Mamma Mia!“.

    Das Leben nach ABBA: Kein Comeback

    Auch wenn es immer wieder Gerüchte über eine Wiedervereinigung der Gruppe gegeben hat, haben die Ex-ABBA-Mitglieder nach einem allerletzten gemeinsamen TV-Auftritt 1986 zu Ehren von Stig Anderson jede Zusammenarbeit strikt abgelehnt. Angeblich sollen sie 2000 sogar ein Eine-Milliarde-Dollar-Angebot für eine Welttournee abgelehnt haben. Nur selten kamen die vier Ex-ABBAisten zusammen. Im Januar 2016 wurden die Schweden-Musik-Legenden bei der Eröffnung eines ABBA-Restaurants in Stockholm seit langem wieder einmal gemeinsam gesehen. Anni-Frid, eine verwitwete Prinzessin Reuß von Plauen, besitzt ein Gut in Schweden und hat, in der Nach-ABBA-Zeit wie Agnetha mit lediglich mäßigen Erfolg versucht, eine Solo-Karriere als Sängerin zu machen. Die weiterhin zusammenarbeitenden Benny und Björn konnten sich dagegen als Musikproduzenten in der Branche weiter gut behaupten.
    Allerdings gab es im Januar einen gemeinsamen Auftritt, der vier Künstler, den ersten seit 2008.