• Der Nobelpreis - die wichtigste Auszeichnung der wissenschaftlichen Welt

    Es ist der wichtigste Preis für die Welt der Forschung und verfügt wohl über das größte Renommee der Auszeichnungen, die ein Mensch bekommen kann: der Nobelpreis. Der Erfinder und Unternehmer Alfred Nobel legte um 1900 fest, dass sein Vermögen künftig dazu dienen soll, Preisgelder für bestimmte Bereiche der Wissenschaft und gesellschaftlichen Entwicklung zur Verfügung zu stellen. Seit 1901 wird nun der Preis in verschiedenen Kategorien am Todestag von Alfred Nobel, dem 10. Dezember, verliehen. Im Laufe der Jahre haben sich aber nicht nur die ursprünglichen Kategorien der Nobelpreis verändert.

    Es ist der wichtigste Preis für die Welt der Forschung und verfügt wohl über das größte Renommee der Auszeichnungen, die ein Mensch bekommen kann: der Nobelpreis.

    Wieso gibt den Nobelpreis?


    Alfred Nobel selbst war ein Erfinder und Zeit seines Lebens interessierter Forscher und Unternehmer. Er verfügte für die damalige Zeit über ein sehr umfassendes Vermögen und hat im Laufe der Jahre gleich mehrere Testamente aufgesetzt. Besondere Aufmerksamkeit bekam daher auch der Friedensnobelpreis. Er richtet sich nicht an eine direkte wissenschaftliche Leistung, sondern soll an jene vergeben werden, die "am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt haben“. Besonders ist der Preis vor allem deswegen, weil Alfred Nobel mit Rüstungsunternehmen reich geworden ist. Glaubt man Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit, schien er zum Ende seines Lebens jedoch Zweifel an diesem Werk gehabt zu haben.

    In welchen Bereichen kann ein Nobelpreis vergeben werden?


    Heute wird der Nobelpreis in sechs verschiedenen Kategorien verliehen: Literatur, Chemie, Physik, Medizin, Friedensnobelpreis und der Wirtschaftsnobelpreis. Während der Friedensnobelpreis unter Kennern vor allem durch seine Preisträger einen umstrittenen Ruf bekommen hat, ist der Wirtschaftsnobelpreis kein Teil des Testaments von Alfred Nobel. Erst 1968 wurde er ins Leben gerufen und wird von der schwedischen Reichsbank finanziert und nicht aus den Geldern des Komitees. Daher wird von vielen Kennern der Preis auch nicht als ein echter Nobelpreis angesehen, während er unter den Größen der Wirtschaftswissenschaften aber einen exzellenten Ruf genießt.

    Wer entscheidet über die Vergabe des Preises?


    Alfred Nobel hat in seinem Testament nur grob die genauen Kriterien für den Gewinn festgelegt, was dazu geführt hat, dass es heute eine ganze Institution gibt, die sich nur um Nominierungen und Gewinner kümmert. So kann für den Friedensnobelpreis aus jeder Regierung, Universität oder Institution nominiert werden. Frühere Preisträger können in den fachlichen Bereichen Vorschläge machen, ebenso in den entsprechenden Gremien und Komitees der Fachbereiche. Diese Gremien sind es auch, die am Ende über den oder die Gewinner in den entsprechenden Fachbereichen entscheiden. Dabei gilt, dass bis zur Vergabe alle Informationen geheim und verwahrt bleiben müssen.

    Was bedeutet der Gewinn eines Nobelpreises?


    Neben der Reputation, die ein Nobelpreisträger gewinnt, der Steigerung seiner eigenen Bekanntheit und die Zuwendungen neuer Forschungsgelder, gibt es auch noch einen individuellen Preis. Das Preisgeld beträgt derzeit etwa 8 Millionen schwedische Kronen, was je nach Wechselkurs zwischen 800.000 und 900.000 Euro entsprechen würde. Darüber hinaus werden aber nicht nur die Preisträger selbst ausgezeichnet, sondern auch die Institute, an denen sie ihre wissenschaftlichen Leistungen vollbracht haben. Demnach erhalten auch Labore und Universitäten einen Teil des Geldes. Die berühmte Medaille des Nobelpreises ist gemeinhin bekannt und kann vergoldet oder in Kupfer bestellt werden.

    Besonderheiten unter den Preisträgern


    Auch wenn der Nobelpreis eigentlich nichts mit der Politik zu tun haben sollte, war er natürlich immer wieder ein Teil der Konflikte in der Welt. Die Sowjetunion und die USA haben während des Kalten Krieges versucht Einfluss auf Vergaben zu nehmen. Auch China hat sich bei der Vergabe des Friedenspreises an den Menschenrechtler Liu Xiaobo eingemischt und verhindert, dass dieser den Preis entgegennehmen konnte. Die Nazis haben es Bürgern ihres großdeutschen Reiches sogar verboten, den Preis anzunehmen.

    Besonders der Friedensnobelpreis führt immer wieder zu Kontroversen. Die Verleihung an Barack Obama etwa wurde äußerst kritisch gesehen, da dieser bis zu diesem Zeitpunkt kaum ein Jahr in seinem Amt war. Ebenso die Vergabe an die Institution der EU war unter dem Eindruck schwelender Konflikte in Europa zumindest von Kritik begleitet. Im Friedensnobelpreis findet sich auch die jüngste Preisträgerin aller Zeiten: Malala Yousafzai, eine Kinderrechtlerin aus Afghanistan.

    Leonid Hurwicz gelang hingegen eine andere Kuriosität: Er wurde erst mit über 90 Jahren ausgezeichnet. Dafür erhielt die Polin Marie Curie den Nobelpreis gleich zwei Mal und ist damit bis heute einzigartig geblieben.

    Preisträger 2015



    Nobelpreis für Medizin:
    Der Nobelpreis für Medizin 2015 ging an William C. Campell und Satoshi Ōmura für ihre Therapie gegen parasitäre Würmer und an Tu Youyou für ihre Behandlungsmethode gegen Malaria.

    Nobelpreis für Physik:
    Der Nobelpreis für Physik 2015 ging an Takaaki Kajita und Arthur B. McDonald für ihren Beweis, dass Neutrinos Masse besitzen.

    Nobelpreis für Chemie:
    Der Nobelpreis für Chemie 2015 ging an Tomas Lindahl, Paul Modrich und Aziz Sancar, welche mit Hilfe von Werkzeugen Zellen dazu in der Lage sind DNA zu reparieren.

    Nobelpreis für Literatur:
    Der Nobelpreis für Literatur 2015 ging an Swetlana Alexijewitsch für ihr Gesamtwerk, welches dem Leiden und dem Mut unserer Zeit eine Stimme verleiht.

    Friedensnobelpreis:
    Der Friedensnobelpreis 2015 ging an das tunesische Quartett, bestehend aus dem tunesischen Gewerkschaftsverband (UGTT), dem Arbeitgeberverband (UTICA), der Menschenrechtsliga (LTDH) und der Anwaltskammer, für ihre Bemühungen Tunesien iin Richtung einer Demokratie zu führen.

    Wirschaftsnobelpreis:
    Der Wirtschaftsnobelpreis 2015 ging an Angus Deaton, für seine Analysen von Armut, Konsum und Wohlfahrt.

    Der alternative Nobelpreis 2015 ging an Sheila Watt-Cloutier für ihren Einsatz für den Erhalt der Inuit-Kultur; an Kasha Jacqueline Nabagesera aus Uganda für ihren Einsatz für der Recht von LGBT in einem Land der Unterdrückung; an das Volk der Marshallinseln im Pazifischen Ozean und ihr Außenminister Tony de Brum für den Einsatz für die atomare Abrüstung; an den Italiener Gino Strada für seinen einsatz und die ärztliche Versorgung von Opfern von Krieg und Verfolgung.