• Västernorrlands län – von Holzbaronen und „Bauernschlössern“

    Västernorrlands län erstreckt sich über Ångermanland und Medelpad sowie über Teile von Jämtland und Hälsingland. Mit etwa 242.000 Einwohnern und etwa 23.000 Quadratkilometern umfasst das Territorium 5,1 Prozent des schwedischen Reichsgebiets. Hauptstadt von Västernorrlands län ist die Universitätsstadt und Bischofsresidenz Härnösand. Die Landschaft Västernorrlands ist geprägt von riesigen Wäldern und den besonders im Frühjahr rauschenden Flüssen. Sie kommen aus dem Nordwesten und enden im Bottnischen Meerbusen.

    Västernorrlands län - reißende Flüsse und mächtige Wälder

    Västernorrlands län ist Teil von Norrland, des riesigen Gebiets von der Mündung des Daläven über die Dalarna bis heran an die schwedische Grenze nach Norwegisch-Finnmarken und Finnisch Lappland. Wie ganz Norrland verfügt auch sein westlicher Teil über immensen Waldreichtum. Den wussten die norrländischen Waldbarone zu nutzen und so macht die Holzwirtschaft auch Västernorrland reich. Hier, entlang des Bottnischen Meerbusens, finden Urlauber günstige Unterkünfte und jenseits von Hektik und Trubel einen Urlaub dicht bei der modernen Zivilisation und dennoch zugleich in der einzigartigen norrländischen Natur.

    Von Örnsköldsvik nach Sundsvall

    Im Norden von Örnsköldsvik endet die Landschaft Ångermanland. Würde man von Stockholm nach Haparanda/Tornio an der schwedisch-finnischen Grenze fahren wollen, hätte man hier erst etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Für schwedische Verhältnisse sind dies allerdings keine Entfernungen…

    „Höga Kusten“, der hohen KüsteWer in Västernorrland und in der Stadt Örnsköldsvik bleiben will, wird sich zuerst über den Schriftzug Ö:vik wundern: Die norrländisch wortkargen Örnsköldsviker verwenden den Doppelpunkt wohl aus Rationalisierungsgründen und so begegnet man ihm allenthalben, auch auf Orts- und Verkehrsschildern. So führt die Fahrt nach Ö:vik auf der E 4, immer auf der „Höga Kusten“, der hohen Küste, entlang. Beeindruckend sind die schroffen Hänge zum Meer hin, die in Schweden einzigartig sind und zum Weltnaturerbe der UNESCO gehören. Hier sollte man sich Zeit für Wanderungen nehmen. Mitten in Ö:vik lockt das „Paradisbadet“ mit einer fast 100 Meter langen Wasserrutsche. „Norrlands Ark“ ist ein Tropenhaus vor allem für Reptilien. Ebenfalls nahe Ö:vik liegt das Eiszeitdorf „Gene Fornby“. Weiter nach Süden kommt man über die Gemeinde Kramfors mit der imposanten Högakustenbron, die Landeshauptstadt Härnösand und die Küstengemeinde Timrå nach Sundsvall in Medelpad. Sundsvall ist ein bedeutendes Zentrum der schwedischen Holz- und Papierindustrie und gehört zu den Bevölkerungszentren im Königreich, die auch heute noch kraftvoll weiterwachsen. Knapp 100.000 Einwohner leben in der Stadt, die 1888 nach einem verheerenden Brand als Stenstaden um den Marktplatz herum neu entstand. Lohnend ist der Besuch des Hotels Knaust, dessen Barocktreppe zu den schönsten der Welt zählt - und die hinunter zu später Stunde manch ein Sägewerksbesitzer es nur noch mithilfe dienstbeflissener Geister schaffte. Vier alte Speicherhäuser von Sundsvall wurden zum „Kulturmagasinet“ zusammengefasst, das unter anderem das Museum für Stadtgeschichte und für die Geschichte von Västernorrland beherbergt.

    Aber nicht nur die Holzbarone kamen hier zu erklecklichem Wohlstand. Auch den Bauern von Västernorrland geht es gut. Das Voxnatal beispielsweise hat so schöne Höfe, dass sie auch „Bauernschlösser“ genannt werden. Viele kann man besichtigen und in vielen der prächtigen Höfe findet man wunderschöne B&Bs. Ganz wie in den Alpen gehören zu den meisten Höfen Almen, auf die im Sommer das Vieh getrieben wird. Dort wird bis heute besonders würziger Käse gemacht. Bären und Elche streifen durch die dichten Wälder und Kenner finden hier den Anfang der „echten“ Wildmark Skandinaviens.

    Ein Abstecher nach Hälsingland

    Ein kleiner Teil von Hälsingland gehört zu Västernorrlands län und Reisende sollten diesem benachbarten Landesteil am südlichen Ende Norrlands einen Besuch abstatten. Besonders schön sind die größten Orte an der Küste. Söderhamn hatte einst - der Eisenfunde im Binnenland wegen - eine berühmte Waffenschmiede. Eine alte Eisenhütte aus jenen Tagen ist noch in Iggesund, wenige Kilometer südlich von Hudiksvall, zu besichtigen. Fiskarstaden heißt hier ein altes Viertel in Hafennähe. esonders sehenswert ist das Handverksgårdenshus. 130 Kilometer weiter südlich hat man das beschauliche Gävle erreicht. Hier beginnt Gästrikland und hier liegt auch die Südgrenze von Norrland.
    Kommentare 1 1 Kommentar zu Vaesternorrlands laen – von Holzbaronen und „Bauernschlössern“
    1. maxl -
      Wo liegt das Voxnatal? Kann das genauer beschrieben werden? Danke!