• Schüleraustausch Schweden

    Weit entfernt und möglichst groß, das sind die vorherrschenden Wünsche wenn es um ein Austauschland für einen Schüleraustausch geht. Die USA und Kanada sind dafür meist die erste Wahl. An Skandinavien denken die wenigsten. Doch gerade Schweden, das mit 9,2 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Skandinaviens, hat einiges zu bieten. Die Schweden gelten als sehr offenes und freundliches Volk, was es zum idealen Gastland für Austauschschüler macht. Eine große Naturverbundenheit und Sport sind feste Bestandteile der Bevölkerung. Egal ob Schwimmen, Eishockey oder Golf, Hauptsache in Bewegung. Sportliche Aktivitäten eignen sich hervorragend für Austauschschüler um soziale Kontakte zu knüpfen und im alltäglichen Umgang die Sprache anzuwenden.

    Lernen in entspannter Atmosphäre
    Ein Schuljahr besteht hier immer aus zwei Teilen, sogenannten Semestern. Daher haben Austauschschüler die Möglichkeit zwischen einem Halbjahresaufenthalt (bzSchüleraustausch Schwedenw. 5 Monate) oder einem ganzen Schuljahr (10 Monate) zu wählen. Die Besonderheit an schwedischen Gymnasien ist, dass ein praktischer oder ein theoretischer Ausbildungsweg gewählt werden kann. Beide Abschlüsse lassen ein anschließendes Studium zu. Insgesamt sind schwedische Schulen sehr flexibel und lassen eine Anpassung an die individuellen Fähigkeiten und Interessen der Schüler zu. Was den Unterricht zudem entspannter gestaltet, ist das Duzen von Lehrern und Schülern untereinander.
    Die schwedische Sprache ist wohl für die meisten Schüler, neben der weiten Entfernung von Familie & Freunden, die größte Hürde, die es zu überwinden gilt. Doch auch wer plant eine internationale Schule für das Austauschjahr auszuwählen, kann durch den Aufenthalt in der Gastfamilie im Alltag Schwedisch erlernen.

    Bildung & Einkommen die ausschlaggebenden Faktoren?
    Eine große Rolle beim Schüleraustausch scheint die Bildung zu spielen. Rund 12 Prozent der Gymnasiasten nehmen an einem Austausch teil. In Real-, Gesamt-, Berufs- und Fachoberschulen sind es nur etwas mehr als zwei Prozent. Schlusslicht bilden hier die Hauptschulen mit lediglich 1,1 Prozent Schülern. Auch ein Zusammenhang mit dem Einkommen der Familien ist zu vermuten. Sehr wohlhabenden Familien liegen spürbar mit einem Anteil von 12 Prozent an erster Stelle. Doch die „hohen“ und „geringen“ Einkommen folgen mit 5,2 bzw. 4,7 Prozent ohne großen Unterschied. Gerade mal 1,7 Prozent der Haushalte mit sehr geringem Einkommen bilden hier das Schlusslicht. Doch auch Kindern aus Familien mit geringerem Einkommen kann ein Schüleraustausch im Ausland ermöglicht werden. Unterstützend hierbei können Fördergelder wie z.B. Stipendien oder Auslands-BaföG sein.

    Quellen:
    weltweiser - Der unabhängige Beratungsdienst
    Gerhard, Hans und Hans, Silke: Transnationales Bildungskapital und soziale Ungleichheit