• Die Provinz Uppsala – Mittelalter, Schärenküste und Studententradition

    In der Provinz Uppsala findet man sich im Zentrum der schwedischen Universitätstradition wieder – denn die gleichnamige Hauptstadt der Provinz ist Sitz der ältesten Universität des Landes. Die Provinz liegt im Osten Schwedens und gehört zu der historischen Provinz Uppland. Uppsala macht nur knapp 2% der Gesamtfläche des Staatsgebiets aus, ist aber dennoch Heimat für 342.000 Menschen. Letzteres rührt sicher auch daher, dass die Stadt Uppsala, nach Stockholm, Göteborg und Malmö, Schwedens viertgrößte Stadt ist.

    Lage und Landschaft

    Die Provinz UppsalaDie Provinz Uppsala ist ein direkter Nachbar zur Provinz Stockholm, die im Süden anschließt. Daher grenzt auch Uppsala im Südwesten an den See Mälaren, während die Ostsee die östliche Grenze bildet. Landschaftlich findet man in Uppsala weitgehend ein hügeliges Flachland vor, welches besonders rund um die Provinzhauptstadt stark landwirtschaftlich genutzt wird. Landschaftlich besonders reizvoll für Touristen ist natürlich die Schärenküste der Ostsee, die hier, ähnlich wie in Stockholm, etliche kleine Buchten aufweist, und der viele kleinere Inseln vorgelagert sind. Eine ebenfalls verschlungene Küstenlinie mit zahlreichen kleinen Inseln findet der Besucher am See Mälaren vor.

    Uppsala Stadt – Studentenhochburg mit historischer Bedeutung

    Die Hauptstadt der Provinz ist auch dessen größter Besuchermagnet, denn sie ist eine äußerst renommierte Universitätsstadt. Sie beherbergt knapp zwei Drittel aller Einwohner der Provinz Uppsala und liegt nur etwa 70 km nördlich von Stockholm, am Fluss Fyris.
    Im Mittelalter war Uppsala nicht nur Bischofssitz, sondern auch Ort für Krönungen und wichtige Treffen der schwedischen Königsfamilie. Dadurch, und durch die Gründung der ersten schwedischen Universität im Jahr 1477, galt Uppsala lange als die „eigentliche“ Hauptstadt Schwedens. Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert hatte die Stadt leider regelmäßig mit teils verheerenden Bränden zu kämpfen, die ihre Glanzzeit vorerst beendeten.
    Uppsalas reiche mittelalterliche Geschichte zieht jährlich Tausende von Besuchern an, die die größte Kirche Skandinaviens besichtigen (Domkirche) und vom 1547 hoch über der Stadt erbauten Schloss die Aussicht über die Altstadt bewundern. Lohnenswert ist sicherlich auch die Hauptbibliothek der Universität, die Carolina Rediviva.

    Jüngere Besucher werden weniger von den imposanten Universitätsgebäuden in die Stadt gelockt, sondern von dem Studentenleben, was sich hinter diesen Mauern abspielt. Das Studentenleben in Uppsala organisiert sich um sogenannte „Nationen“. Diese Nationen sind Studentenvereinigungen, die die Titel der verschiedenen schwedischen Landschaften tragen. Einst galt diese Aufgliederung dazu, den Studenten, die aus anderen Provinzen nach Uppsala zogen, einen Ort zugeben, an denen sie auf Studenten aus ihrer Heimat treffen konnten. Heutzutage ist die Mitgliedschaft in solch einer Nation allerdings nicht mehr an die Heimatprovinz gebunden, viel mehr haben die Nationen individuelle Profile entwickelt, die sich an den Interessen der Studenten orientieren. Die Nationen werden von ehrenamtlichen Studenten organisiert und betreiben fast ausnahmslos eigene Restaurants, Bars und Nachtklubs, welche nur von Mitgliedern der Nationen benutzt werden dürfen. Eine derartige Form der Organisation des Studentenlebens findet man außer in Uppsala nur in Lund, Schwedens zweitältester Universität.
    Die Hochzeit der Studentenkultur Uppsalas ist ohne Zweifel die Walpurgisnacht, genannt Valborg. Der letzte Tag des Aprils wird im ganzen Land von Studenten gefeiert, doch nirgendwo so exzessiv wie in Uppsala - die Feierei beginnt bereits um 7 Uhr morgens mit einem Sektfrühstück. Nach einer Fahrt im selbst gebauten Kanu auf dem Fluss Fyris versammeln sich die Studenten am Slottsbacken, am Hügel des Schlosses oder in einem der Parks zu feucht-fröhlichen Picknicks. Um 15 Uhr grüßt der Rektor der Universität die Studenten vom Balkon der Carolina Rediviva, indem er seine Studentenmütze zieht und damit auch den Frühling begrüßt. Dieser Gruß ist nur eine kurze Unterbrechung der Feierlichkeiten, die sich bis spät in die Nacht in den Nationen fortsetzen. Ein Besuch dieses Spektakels ist zweifellos etwas Besonderes und wirklich „typisch Schwedisch“, doch sollte der Besucher äußerst trinkfest und abenteuerlustig sein, um das Fest bis zum Ende genießen zu können.

    Reiseinfos

    Stockholms internationaler Flughafen Arlanda liegt nur knapp hinter der Provinzgrenze zu Uppsala und sorgt daher für eine optimale Erreichbarkeit der Provinz. Nur eine kurze Zugfahrt ist es vom Flughafen Arlanda bis zur Hauptstadt. Für die beste Reisezeit gibt es verschiedene Empfehlungen. Wer entspannten, naturverbundenen Urlaub an der Ostküste, am Mälaren oder im Norden Uppsalas machen möchte, dem empfehlen sich selbstverständlich die Sommermonate für einen Besuch. Wer allerdings das Studentenleben in Uppsala Stadt erleben möchte, der sollte besonders diese Monate meiden – denn im Juli und August ist die Stadt wie ausgestorben. Das akademische Jahr erstreckt sich von Anfang September bis Ende Mai, mit dem bereits erwähnten Highlight Valborg, Ende April.
    Kommentare 4 4 Kommentare zu Die Provinz Uppsala – Mittelalter, Schärenküste und Studententradition
    1. klausevert -
      Ich finde es unmöglich, einfach einen link einzustellen und fertig.

      Es wäre toll, wenn mindestens kurz den Artikel zu beschreiben und nicht nur mit der Titelzeile.
    1. Gast12321 -
      Hallo klausevert,

      der Link zu dem Artikel wird automatisch erstellt, um euch im Forum zu informieren, dass ein neuer Artikel im Magazin erschienen ist. Daher ist es leider nicht möglich, an dieser Stelle einen kurzen Einblick auf den Inhalt zu geben. Eine Einleitung zum jeweiligen Artikel findest du immer auf der Startseite oder in der Magazinübersicht .

      Viele Grüße
      Lerke
    1. Gast591 -
      Zitat Zitat von klausevert Beitrag anzeigen
      Ich finde es unmöglich, einfach einen link einzustellen und fertig.

      Es wäre toll, wenn mindestens kurz den Artikel zu beschreiben und nicht nur mit der Titelzeile.
      Du hast recht, Klausevert.
      Ich ignoriere diese Artikel schlicht.

      //M
    1. klausevert -
      Ja - ich auch

      Wäre aber einer der "Macher" so fit, einen kleinen Abriss des Artikelinhaltes hier zu liefern, könnte ja evtl mein Interesse geweckt werden.
      So laufe ich zwar Gefahr, einen für mich interessanten Artikel nicht zu lesen, aber das ist mir dann auch egal.

      Dieses hinwerfen von nichtssagenden links werde ich auf jeden Fall nicht unterstützen