• Västergötland: Für Großstadtfreunde und Wasserratten

    Västergötland war mit seiner Hauptstadt Göteborg über lange Zeit Schwedens „Tor zur Welt“, da Göteborgs Hafen direkten Zugang zum Atlantik bietet. Göteborg, die zweitgrößte Stadt Schwedens, und ihr Hafen sind heute immer noch wichtig für die schwedische Wirtschaft, aber Västergötland hat noch viel mehr zu bieten außer Industrie.Großstadtleben im Westen, sanfte Hügellandschaft im Süden und die zwei größten schwedischen Seen (Vänern und Vättern) im Norden – dem Besucher wird in dieser Provinz garantiert nicht langweilig. Für schwedische Verhältnisse ist Västergötland dicht besiedelt, mit 1,2 Millionen Einwohnern auf 20.000 km². Allerdings entfällt etwa die Hälfte der Bevölkerung auf das Ballungsgebiet Göteborg.

    Göteborg und die Westküste

    Göteborg ist der ideale Ausgangspunkt für eine Erkundungstour durch Västergötland und mit dem Flugzeug oder der Fähre ist die Stadt schnell erreicht. Die Zeiten, zu denen Dänemark den Öresund kontrollierte und Handelsschiffen die Passage nach Stockholm erschwerte, machten Göteborg zu der wichtigsten Hafen- und Handelsstadt in Schweden. Heute ist Göteborg sogar Nordeuropas größter Exporthafen. Wer jetzt allerdings eine triste Industriestadt erwartet, der wird bei einem Besuch schnell eines Besseren belehrt. Göteborg beheimatet seit dem 19. Jahrhundert zwei Universitäten und ist dadurch das kulturelle Zentrum Westschwedens. Neben der historischen Altstadt sorgt vor allem die Kaffeehauskultur für den unschlagbaren Charme der Stadt. Als Besucher sollte man auf jeden Fall einen Nachmittag einplanen, um die lebendige Atmosphäre bei einer Fika (auf Deutsch: Kaffeepause) in einem der vielen Cafés im Viertel Haga zu erleben. Sollte bei zu viel Sightseeing und Museumsbesuchen Langeweile unter den Kindern aufkommen, so ist schnell Abhilfe geschaffen: Skandinaviens größter Freizeitpark, „Liseberg“, und die Elchfamilie im idyllischen Park Slottskogen lassen kleine und große Kinderherzen im Nu höher schlagen. Und um nach dem Städtetrip ein wenig zu entspannen, bietet sich für die ganze Familie eine Bootstour durch die malerische Schärenlandschaft an, die der Stadt im Kattegat vorgelagert ist.

    Das blaue Band

    In Schweden ist Entspannung meistens mit einem Aufenthalt am Wasser verbunden – und dafür bietet Västergötland unzählige Möglichkeiten. Die beiden großen Seen, der Vänern im Nordwesten und der Vättern im Nordosten der Provinz, sind das ideale Ziel für alle, die im Urlaub gerne baden, angeln, segeln, tauchen oder paddeln. Wer viel vom Land sehen möchte, aber gleichzeitig die Wassernähe beibehalten möchte, für den ist Västergötland wirklich ideal. Der Fluss Göta älv ist die Wasserverbindung zwischen dem Vänern und dem Kattegat, und der Vänern ist Richtung Osten durch den Göta Kanal mit dem Vättern verbunden. Der Göta Kanal, auch „Schwedens blaues Band“ genannt, fließt außerdem weiter in die Ostsee und war seit Fertigstellung Anfang des 19. Jahrhunderts Schwedens Haupthandelsweg zu Wasser. Der Kanal wurde übrigens von 58.000 Soldaten innerhalb von 22 Jahren mit Schaufel und Spaten ausgehoben. Ob mit dem Kanu oder dem Dampfschiff, beide Wasserwege eignen sich für Tagestouren genauso wie für eine mehrtägige Reise. Für die Landratten hingegen bieten sich die Treidelpfade entlang des Göta Kanals ideal zum Radfahren an.

    Märchenschloss und Historie

    Barockschloss LacköOb man sich nun auf dem Wasser- oder Landweg dem See Vänern nähert, einen Abstecher zu seinem Südufer sollte man definitiv auf dem Plan haben. Dort befinden sich nämlich gleich zwei historisch interessante Sehenswürdigkeiten der Provinz – der Dom zu Skara und das Barockschloss Lackö. Skara ist eine Kleinstadt nur wenige Kilometer südlich von Lidköping und verdient einen Platz in der schwedischen Geschichte, weil es Schwedens ältestes Bistum ist. Ältester Zeuge des Bistums ist der gotische Dom zu Skara, der im 12. Jahrhundert erbaut wurde und dessen gut erhaltener mittelalterlicher Grundriss jährlich viele Besucher anzieht. Die zweite Sehenswürdigkeit, das Schloss Lackö, findet sich nicht weit von Skara. Es liegt auf der Insel Kållandsö, am Südufer des Vänern und mit seinen malerischen weißen Türmchen gilt es als Schwedens „Märchenschloss“. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert als Barockschloss errichtet und ist heute der Touristenmagnet Västergötlands. Im Sommer gibt es hier geführte Touren durch die Räumlichkeiten sowie Veranstaltungen zu Mittsommer, Ausstellungen und Opernvorführungen.

    Klima und Reisezeit

    Verglichen mit dem Rest des Landes, herrscht in Västergötland ein relativ mildes Klima, mit einer durchschnittlichen Tiefsttemperatur im Winter von -1°C. Allerdings ist das Klima gleichzeitig sehr feucht, besonders an der Küste kann man im Herbst und Winter mit vielen Regentagen rechnen. Von daher empfiehlt sich auch hier, ausgiebige Erkundungen Göteborgs und Västergötlands für die warmen Sommermonate zu planen.